Hundeschule Wiesler
Hundeschule Wiesler

Sway

Unser „kleiner Windhauch“

 

Mehrere Jahrzehnte hatte ich nun immer wieder Katzen vom Tierschutz. Jetzt wünschte ich mir so sehr, einmal ein gesundes, junges Kätzchen aus einer Katzenfamilie mit Geschwisterchen mit Mama und Papa, ohne schlechte Erfahrungen und ohne Handicap bei mir zu haben. So machte ich mich auf die Suche nach einem Wurf  kleiner Kätzchen.

Wie es sich herausstellte, war das gar nicht so einfach eine intakte Katzenfamilie zu finden. Schließlich wollte ich keine Rassekatze vom Züchter haben. Doch dann fand ich  „die“ Katzenfamilie. Katzenmama mit Mann, einer großen Tochter vom vorherigen Wurf und: 5 Wochen alte Babys: nur 1 Mädele mit 5 Brüdern. Ich wollte Lano keinen Kater vor die Nase setzen und so war gleich klar, dass ich das Mädchen nehme. Noch bevor ich die Kleine auf einem Foto sah, schwirrte mir ein Name im Kopf herum: Fay, Kay, May….. der Klang war da. Aber die Buchstaben schienen noch nicht die Richtigen.

Robin und ich machen uns 3 Wochen später auf den Weg um die Kleine zu holen. Sie war so winzig und schien so zerbrechlich. Ja, sie war außergewöhnlich klein. In der mitgebrachten Box wirkte sie, als würde Einer alleine in einer Turnhalle stehen. So legte ich  meine Jacke in die Box und das kleine Fellknäuel „zog sich zurück“. Unterwegs hielten wir mit dem Auto an, da es ein weiter Weg war und Robin mal pinkeln sollte. Er wollte das Auto nicht verlassen. Er sah es als seine Aufgabe, auf dieses winzige Geschöpf aufzupassen. Nicht ein einziges Miau-chen – nicht auf dem ganzen Heimweg.

Zuhause wühlte ich vorsichtig meine Jacke durch, bis ich den Winzling herauspulen konnte. Die hatte überhaupt keine Angst. Ich setzte sie mitten auf mein Bett. Da hockte sie nun, mit großen Kulleraugen und drehte ihr Köpfchen wie eine Eule um ja auch alles anzuschauen, ohne den Körper zu bewegen. Robin bezog Wachposten vor dem Bett, schnüffelte schon mal an der Kleinen und ließ sie nicht mehr aus den Augen. Kim, die Granddame, kam und hieß die Kleine willkommen. Kim war schon sehr alt und schwach. Doch sie wollte Sway unbedingt noch kennen lernen. Es war, als kannte sie Sway bereits. Auch Artus und Lano kamen, um unser neues Familienmitglied zu beäugen. „Wie? DAS gibt mal eine richtige Katze? Ist das Alles?“ So, oder auf jeden Fall in der Art war der Eindruck, als Artus unsere Sway zum ersten Mal sah. „Sway“, ja, das war der Name. Ich hatte zwischenzeitlich gegoogelt und kannte nun die Bedeutung: kleiner Windhauch. Kein andrer Name wäre passender zu diesem filigranen Lebewesen.

Unser „kleiner Windhauch“ ist zwischenzeitlich zum kleinen Orkan mutiert. Sie ist so quicklebendig, so schmusig, anhänglich, dabei keineswegs aufdringlich oder fordernd. Sway verkörpert die pure Lebendigkeit. Verträgt sich mit allen und steckt uns mit ihrer Leichtigkeit an. Gerade dann, wenn wir es am Meisten brauchen. Denn 4 Wochen später tritt Kim ihre Heimreise an und verlässt uns.

Der kleine Feger schläft in Kim´s Fressnapf, oder unter dem Bett in der Schublade,  irgendwo in einer Schüssel,  im Eimer oder zwischen Robins Vorderfüßen,  nur nicht in einem Katzenkörbchen. Nein, das ist zu langweilig. Sie schafft es, Lano zum Spielen zu animieren. Bei Artus versucht sie es nicht. Ganz offensichtlich merkt dieses junge Geschöpf, dass es Artus nicht gut geht. Kurze Zeit nach Kim  tritt auch Artus seine letzte Reise an, im Alter von 17 Jahren. So anspruchslos und bescheiden wie er Zeit seines Lebens war, so ist er auch gegangen.

Sway tobt immer mehr mit Lano. Robin mischt dann nicht mit; trotzdem ist er immer in der Nähe der Kleinen. Das ist ein oberherziges Bild, wenn Robin, dieser große, sanfte Riese mit dem winzigen Fellbündel daliegt und beide schlafen an-/in einander. Da sieht man gar nicht, wo der Eine anfängt und der Andere aufhört.

Sway war ca. ¾ Jahr alt, als ich von der Arbeit nach Hause kam, der große, schwere Spiegel am Boden lag und Sway´s kleines Hinterfüßchen einen offenen Trümmerbruch hatte. Der Tierarzt schickte uns in die Tierklinik. Sway musste dort bleiben zur OP und keiner wusste, ob das Beinchen dranbleiben wird. Es war eine furchtbare Warterei. Dann endlich: das Füßchen war noch dran und mit einem externen Fixateur ( sieht aus wie Schaschlikspieße – davon 3 Stk.) und einer Schraube zusammengeflickt. Es war furchtbar. Das Ding musste nun 6-8 Wochen dran bleiben. Sway konnte damit nicht laufen und durfte auf keinen Fall irgendwo hängen bleiben, oder springen. Sie sollte diese Zeit in eine große Box, damit nichts passiert.

Ich war verzweifelt und konnte mir nicht vorstellen, wie wir diese Zeit zusammen überstehen sollen. Ich stellte Kim´s Riesenzeltbox auf, dahinein ein flaches Katzenkloo. Nachts schlief ich auf einer Matratze am Boden, alle meine Tiere drum herum und eine Hand hatte ich in der Box. So schlief die kleine, arme, kranke Maus und auch ich konnte schlafen und musste keine Angst haben, dass sie nachts irgendwo hängen blieb, und ich es im Schlaf nicht  mitbekomme.

Als sie nach 3-4 Tagen die OP verkraftet hatte, wollte Sway nicht den ganzen Tag in der Box eingesperrt sein. So räumte ich die Bücherregale, Hocker, Einkaufskörbe, Regenschirm etc. alles aus dem Flur. Nun konnte Sway im Flur sein, während ich auf der Arbeit war. Schnell gewöhnte sie sich an den Fixateur. Auch der Verbandwechsel jeden 3. Tag beim Tierarzt konnte ihre fröhliche, gutgelaunte Art nicht mindern. Dann endlich, nach 8 Wochen kommen die fürchterlichen Spieker aus dem Knochen. Die Schraube bleibt drin.

In der ersten Zeit danach läuft Sway schlechter, als mit dem Fixateur. Es dauert lange. Heute noch, streckt Sway das Hinterbeinchen nach hinten weg, wenn sie sich zum Fressen hinsetzt. Aber quer durch die Wohnung, die Wendeltreppe rauf und runter, die Holzbalken hoch, zwischen den Tischbeinen hindurch, im Karacho unter´s Sofa, wie ein Sausewind flitzt sie Manola  hinterher … all das macht die Kleine im Jagdtempo und dann möchte man nicht glauben, was dieses zarte Wesen durchgemacht hat.

Nach wie vor ist dieses lebensfrohe, quirlige Kätzchen ein wahrer Sonnenschein. Gäbe es einen Orden im Schnurren oder Gutelauneverteilen: Sway hätte schon ein ganzes Bataillon davon an der Wand hängen.

Sway hat mich in ihrem zarten Alter von 1 ¼ Jahren bereits gelehrt, dass das Schlimme nicht die Krankheit ist, sondern wie man damit umgeht.

 

Dezember 2015

 

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Unser Trainingsgelände /

Agilityparcours

befindet sich in Kleinkems,

79588 Efringen-Kirchen

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