Hundeschule Wiesler
Hundeschule Wiesler

Manola

Nachdem Artus und kurz danach auch Quasimodo in gesegnetem Alter verstorben waren, war Lano mit unserem Sausewind Sway alleine als Katzenfamilie. Drum wollte ich gerne wieder ein Notfellchen bei uns aufnehmen. In den regionalen Tierheimen war grade keine passende bedürftige Seele zu vermitteln; was natürlich sehr erfreulich ist.

 

Internet macht´s möglich. So stieß ich im Tierheim Heilbronn auf einen „nackten Notfall“. Eine ca. 5-6 jährige Perser-Mix-Katze war vom Auto überfahren worden. Junge Leute haben sie gefunden und zum Tierarzt gebracht. Dieser überwies an eine Tierklinik, wo sie sofort notoperiert wurde. Ein alter, unbehandelter Beckenbruch konnte jedoch nicht mehr gerichtet werden; der Schwanz hing taub herunter und wegen der sog. Untermieter war sie abgeschoren worden. Danach übergab man sie in die Obhut des Tierheims, wo man ihr einen Namen gab. Sie war weder tätowiert noch gechipt; eine passende Vermisstenanzeige lag nicht vor. Demnach wurde dieses arme Geschöpf ausgesetzt. Also suchte man eine Pflegestelle, wo Maruschka sich von dem schlimmen Unfall und der Operation erholen konnte.

Von mir aus war sofort klar: sie darf zu uns kommen. Aber will sie das auch? Und wird mir das Tierheim diese Katze einfach mitgeben? Heilbronn ist schließlich für mich nicht um die Ecke. Nach einigen Mails war klar: Maruschka darf zu uns. So setzte ich mich mit Robin und Silja ins Auto und wir fuhren nach Heilbronn um unser neues Familienmitglied abzuholen. Die Tierheimbesatzung empfing mich freundlich und holte Maruschka gleich. Diese humpelte auf ihren 3 Beinen durch die Empfangshalle. Sie sah zwar beelendend aus, machte aber einen „aufgestellten“ Eindruck, schien an allem interessiert zu sein – nur: Menschenkontakt suchte sie nicht und auf den Arm wollte sie nicht. Die Reise in ihr neues Zuhause machte Maruschka in einer riesigen Hunde-/Zeltbox auf dem Rücksitz. Durch das Fliegengitter schaute sie mir genau zwischen den beiden Vordersitzen beim Fahren zu. Hellwach und überhaupt nicht ängstlich; als wäre das Autofahren für sie eine Selbstverständlichkeit; ja, es schien ihr sogar zu gefallen.

 

Zuhause angekommen, richtete ich für Maruschka auf der Empore im Wohnzimmer ihr neues Zuhause ein. Ich brauche wohl nicht zu betonen, dass ich dies in Gesellschaft von Sway tat. Sie war natürlich gleich zur Stelle um nachzusehen, wer oder was da jetzt bei uns wohnen wird. Lano sah uns von der Treppe her zu. „Ujjjjj, toll“. Sway inspizierte sogleich die umgestellten Katzenhöhlen, den zusätzlichen Karton, das neue Katzenklo und die riesige Zeltbox. Da Maruschka diese bereits als ihre Höhle von der Autofahrt her kannte, beschloss ich sie zunächst stehen zu lassen, damit sie als Rückzugsgebiet benutzt werden konnte. Da hatte ich mich aber gewaltig getäuscht. Manola humpelte sogleich durch die neue Umgebung, verfolgt von 4 Katzen-, 4 Hunde- und 2 Menschenaugen. Ja. Nun hatte sie nicht nur ein neues Zuhause, sondern auch einen neuen Namen. Manola kommt aus dem Hebräischen und bedeutet: Gott ist mit uns.

Immer wieder setzte ich mich auf die obere Treppenstufe um ihr Futter zu bringen und sie besser kennen zu lernen. Bald schon wartete sie nicht mehr und kam mir entgegen um ihr Futter in Empfang zu nehmen. Es wurde immer bis zum letzten Krümel aufgefressen. Ja, die Schüssel war dermaßen ausgeschleckt, dass ich mich drüber freute, dass sie diese nicht auch noch mit aufgefuttert hatte. So einen Appetit hatte ich niemals zuvor bei einer Katze gesehen. Ich füllte immer mehr in die Schüsselchen und jedes Mal war es blitzeblank leergefressen. Ich fing an, meine Hunde zu verdächtigen. Doch diese kamen durch das Absperrgitter nicht nach oben. Während ich auf der Arbeit war, stellte ich zusätzlich Trockenfutter hin. Auch das war rubis uns stubis aufgefuttert. Sogar das Futter, das unten stand für Lano und Sway, war „weg“. Für mich unvorstellbar, dass Manola das alles fressen konnte. Aber: es war so! Manola fraß Unmengen ohne zuzunehmen. (Davon träume ich nur!)

 

Lano hat Manola gleich akzeptiert. Sway hat sie zuerst wunderfitzig beäugt. Ihr kleiner Schwanz wedelte dabei ganz aufgeregt. „Wie tickt die? Spielt die mit mir?“ schien der kleine Sausewind zu fragen. Zaghafte Aufforderungen der Kleinen konnte Manola anfangs nicht zuordnen. Doch die Streichel- und Schmuseeinheiten zusammen mit Sway und Lano lernte Manola schnell auszukosten. Sie rieb ihre Bäckchen so sehr an meiner Hand, dass sie dabei fast den Kopfstand machte. Auch hielt sie sich nun auch ab und zu bei uns unten auf. Nur auf den Arm oder Schoß: nein, das will Manola nicht. Einen etwas verhaltenen kleinen Hüpfer konnte man hi und da andeutungsweise erkennen. Sollte sie doch noch „spielen“ lernen? Sway´s Lebendigkeit ist schon ansteckend und reicht im Zweifelsfall auch für meeeeeehr als Einen aus :o) Da, da war zu sehen, dass Manola leicht den Schwanz am oberen Ansatz anhebt. Meine Freude darüber war groß. Sie wird ihren Schwanz doch wieder heben können. Es braucht nur Zeit und Bewegung. Auch das Humpeln wird immer besser und Manola tritt immer fester auf das operierte Hinterbein auf; das Fell beginnt hauchweise zu sprießen. Und: der Hunger ist immer noch riesengroß und unglaublich!

 

Das Absperrgitter brauchen wir schon lange nicht mehr. Ein halbes Jahr ist vergangen, seit Manola in unsere Familie gekommen ist und bleibt! Der Pflegevertrag mit dem Tierheim ist zwischenzeitlich durch einen Übernahmevertrag ersetzt worden. Wenn Lano, Sway und Manola auf der kleinen Dachterrasse Verstecken spielen und über die Kratzbäume oder zwischen den Hundepfoten durchflitzen, möchte man kaum glauben, dass die Hinterhand zusammengeflickt und ein unbehandelter Beckenbruch zu diesem Geschöpf gehörten. Einzig und alleine mal ein „verlorenes“ Kotkügelchen, das nicht richtig abgeklemmt wurde, bedingt durch den Beckenbruch, erinnern daran.

Heute darf ich Manola auf den Arm nehmen und durch die Wohnung tragen. Das Fell ist zwischenzeitlich nachgewachsen und eine wunderschöne Schildpattkatze die den Menschenkontakt sucht kam dabei heraus. Der Appetit ist nicht mehr so groß, doch dafür setzt es jetzt an, d.h. ich brauche „beide“ Hände um den kleinen Bomber hoch zu nehmen. Aber: ich DARF es jetzt !

Als Manola vor ca. 2 Wochen das erste Mal zu mir auf den Schoß kam um sich Schmuseeinheiten abzuholen hatte ich vor lauter Freude mit dem Wasserstand in meinen Augen zu kämpfen.

Was könnte ich mir für ein größeres Geschenk des Vertrauens von dieser Tierseele wünschen?!

 

Dezember 2015

Trainingsgelände:

Unser Trainingsgelände /

Agilityparcours

befindet sich in Kleinkems,

79588 Efringen-Kirchen

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siehe Kursangebote

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